KAOS und Tralau

„Es hat mal jemand über mich gesagt, meine Arbeiten verhielten sich zur Bildenden Kunst wie die Parodie zur Literatur. Da ist sicher was dran. Ich bin unter die Possenreißer und Lästermäuler gegangen, von meiner Generation habe ich dort niemanden wieder gefunden", schrieb Marianne Tralau (Jahrgang 1935) anlässlich einer Ausstellung über sich selbst.

Respektlos ist auch ihr Umgang mit Material und Technik. Wissend in Kauf nehmend, dass eine Künstlerin, die mit Textilien arbeitet oder gar stickt (auf Schaumgummi) von Kritikern in die Frauen- und Bastelecke gestellt wird, bedient sie sich dieser Mittel. Sie geht soweit, zum Trocknen aufgehängte Wäsche zur Volkskunst zu erklären.

Zum bewegten Bild, zum Film, hat sie erst Anfang der 80er Jahre gefunden, widerstrebend. Aber: Weh dem, der Möglichkeiten hat und sie nicht nutzt!

Gelegenheit macht Liebe: Aus der sehr günstigen Konstellation der experimentierfreudigen Produktionsfirma KAOS Film- und Video-Team und KAOS Galerie (Betreiberin: Marianne Tralau) auf der gleichen Etage in der Kölner Innenstadt ergab sich Mitarbeit auf beiden Seiten: Kunst und Film/Video schmolzen soweit zusammen, dass es zum Programm der Galerie gehören konnte, jedem ausstellenden Künstler die Chance einzuräumen, ein Video nach eigenen Vorstellungen zu produzieren, wenn nötig oder gewünscht mit Hilfe der Galeristin - oder einfach mal ein Filmchen zu machen, wenn eine Idee da war und ein Kameramann mitspielte.

Da KAOS Film- und Video-Team fürs Fernsehen arbeitete, konnten etliche Galerieproduktionen ausgestrahlt werden ebenso wurden kulturelle Sendungen in Auftrag gegeben.

Alle Beiträge auf dieser DVD sind zwischen 1985 und 1998 entstanden. www.kaos-archiv.de




 

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